Gauner haben es gerne auf ausländische Urlauber abgesehen.

Unbedarfte Autourlauber sind im Ausland oft leichte Beute für Trickbetrüger. Wer sich gegen Gauner wappnen will, sollte ihre gängigsten Maschen kennen. Eine Übersicht.

Wer einen Autofahrer bestehlen will, muss ihn in der Regel erst einmal anhalten. Dafür haben Gauner eine ganze Reihe unterschiedlicher Tricks:



Spiegeltrick

Wer im Ausland vermeintlich einen Unfall verschuldet hat, freut sich womöglich, wenn sich die Sache mit ein wenig Bargeld aus der Welt schaffen lässt. Das machen sich Betrüger beim sogenannten Spiegeltrick zunutze.

Beim Überholen ihres Opfers erzeugen sie einen lauten Knall und fangen daraufhin an wild zu gestikulieren. Sobald der Urlauber rechts rangefahren ist, zeigen sie einen kaputten Außenspiegel vor und deuten auf einen schwarzen Strich auf der Karosserie des Opfers. Doch der vermeintliche Beweis wurde bereits vorher oder kurz nach dem Anhalten angebracht.

Der ADAC rät in einem solchen Fall unter Bezug auf Erfahrungen seiner Mitglieder, drohend das Handy zu zücken oder einfach weiterzufahren.

Pannentrick

Der Pannentrick ist einer der Klassiker: Beim Überholen deutet einer der Gauner mit besorgtem Ausdruck auf den Hinterreifen des Opfers. Dieses glaubt an eine Panne und fährt rechts ran. Die vermeintlich hilfsbereiten Trickbetrüger tun das auch, nutzen die Verwirrung jedoch, um Gegenstände aus dem Innenraum zu stehlen.

In solchen Fällen sollte man möglichst im verriegelten Fahrzeug bleiben und warten, dass die Gauner aufgeben.

Reifentrick

Der Reifentrick ist eine Variante des Pannentricks, diesmal aber mit einer echten Havarie: Die wird erzwungen, indem bereits im Vorfeld der Reifen des Opfers angestochen wird, beispielsweise während einer Pause auf dem Rasthof. Nun müssen die Kriminellen dem Opfer nur noch folgen, bis es den Luftverlust bemerkt.

Während die Diebe ihre Hilfe beim Reifenwechsel anbieten, lassen sie Wertsachen verschwinden. Auch in einem solchen Fall hilft es, Geld, Papiere und Handy immer im Blick zu halten.

Falsche Engel

Eine weitere Variante des Pannentricks, der mit dem guten Image der sogenannten "Gelben Engel" spielt: Wenn der Pannendienst im Ausland schon da ist, bevor er gerufen wurde, sollten daher immer die Alarmglocken angehen.

Der ADAC warnt jedes Jahr zur Urlaubssaison vor falschen Abschleppfahrern in Ungarn und Serbien. Mittlerweile seien die Betrüger jedoch auch in Bulgarien, Kroatien, Slowenien, der Slowakei, Litauen und Polen unterwegs.

Autotür-Aufreißer

Eine eher brachiale Art des Diebstahls, die vor allem im Stadtverkehr nicht selten ist, ist das Aufreißen der Autotür: Geklaut wir jedoch meist nicht, wie man vermuten könnte, an der Ampel, sondern während eines provozierten Stopps.

Beispielweise bremst ein Auto unvermittelt stark ab, sodass das Opfer zum identischen Manöver gezwungen ist. Das hat bei einigen Pkw-Modellen den Vorteil, dass sich die Zentralverriegelung löst - eigentlich, damit bei einem Unfall die Rettungskräfte leichter an die Insassen kommen. In diesem Fall ist es aber meist ein Roller- oder Motorradfahrer, der die Tür aufreißt und etwa die Tasche vom Beifahrersitz stiehlt.

Generell gilt: Wo sich Touristen tummeln, wittern Gauner häufig leichte Beute. Wer ihnen ihre Arbeit durch einige Grundregeln erschwert, erhöht die Chancen, verschont zu werden: Gepäck sollte stets im Kofferraum und nicht auf den Rücksitzen aufbewahrt werden. Von Fremden sollte man sich nicht zum Anhalten nötigen lassen. Wird dies unvermeidbar, verriegelt man Autotüren und öffnet Fenster nur einen Spalt. Wer mit Mietwagen unterwegs ist, legt am besten eine lokale Zeitung sichtbar ins Auto. Bei Einheimischen vermuten Diebe weniger Wertgegenstände. Räder sollten stets - also auch auf dem Fahrradträger - abgeschlossen sein. Vorab sollte man klären, ob fürs Rad Versicherungsschutz besteht.